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Das CENTERWAVE 6000 misst Rohre von 32 bis 1.600 mm

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PET ist im Alltag allgegenwärtig: als Rohstoffbasis für Kleidung, Haushaltsgegenstände, technische Bauteile – und für Flaschen, die rund 70 % des weltweiten PET-Verbrauchs ausmachen. Nahezu unbegrenzt recycelbar, spielt das Material eine zentrale Rolle in der Kreislaufwirtschaft. Dieses Potenzial soll in Zukunft noch stärker genutzt werden: Nach der neuen EU-Verpackungsverordnung Packaging & Packaging Waste Regulation (PPWR) sollen PET-Flaschen nicht nur recyclinggerecht gestaltet sein, sondern auch schrittweise höhere Rezyklatanteile enthalten. In der Praxis stehen diese Ziele jedoch auf wackeligen Füßen. Bleibt beispielsweise der Klebstoff unter dem Etikett am Material haften, wird das recycelte PET für Lebensmittelanwendungen unbrauchbar. Die Lösung sind Klebstoffe, die sich im Recyclingprozess vollständig und rückstandsfrei vom PET trennen lassen.

Die PPWR schreibt ab 2025 einen Rezyklatanteil von mindestens 25 % in Einwegflaschen und ab 2030 von mindestens 30 % in allen Kunststoffflaschen vor. Der Einsatz von Regranulat bietet vielfältige Vorteile: Zum einen schont er fossile Ressourcen wie Rohöl, die für die Herstellung von neuem Kunststoffgranulat benötigt würden. Zum anderen ist der Energieaufwand deutlich geringer, denn das Recycling von PET benötigt rund 88 % weniger Energie als die Herstellung von Kunststoff aus Primärrohstoffen.

Obwohl in Europa bereits über 60 % der PET-Flaschen gesammelt werden, könnten nach Branchenschätzungen jährlich mehr als 11 Milliarden Flaschen zusätzlich in den Recyclingkreislauf zurückgeführt werden. Dafür soll unter anderem die EU-Kunststoffstrategie sorgen, die Anreize zur Erhöhung der Sammelquote von PET-Getränkeflaschen schafft und den Ausbau der Recyclingstruktur unterstützt. Doch das Einsammeln ist nur die halbe Miete: Voraussetzung für eine effiziente Wiederverwertung ist, dass alle Bestandteile der Flasche recyclinggerecht gestaltet sind. Insbesondere das Etikett muss sich rückstandsfrei vom Kunststoff ablösen lassen – eine Anforderung, die in der Praxis aufgrund nicht vollständig ablösbarer Klebstoffe oft nicht erfüllt wird.

Wenn der Kleber kleben bleibt

Auf den ersten Blick scheint die Aufgabe einfach: Flaschen sammeln, reinigen, recyceln. Doch die Realität ist weitaus komplexer. In spezialisierten Recyclinganlagen werden die gesammelten PET-Flaschen zunächst zerkleinert und die entstehenden Flakes in heißen Wasserbädern gewaschen. Während leichte Etikettenreste aufschwimmen und abgeschöpft werden können, bleiben viele herkömmliche Klebstoffe an den Flakes haften. Selbst im Standardverfahren mit heißer Natronlauge, das zur Entfernung von Etikettenmaterial, Klebstoffresten und anderen Verunreinigungen aus PET eingesetzt wird, lösen sich herkömmliche Hotmelts oft nur zu einem geringen Teil ab. Typische Entfernungsraten liegen zwischen 12 und 30 %.

Die Folgen dieser Rückstände sind gravierend: Sie verursachen Trübungen und Gelbverfärbungen, die die optische Qualität des neu aufbereiteten PET-Materials mindern. Noch problematischer wird es, wenn die Barriereeigenschaften durch verunreinigte Flakes beeinträchtigt werden. Das stellt vor allem für Lebensmittelverpackungen ein Problem dar, da die aus Gründen der Ressourcenschonung meist dünnwandigen PET-Flaschen besonders anfällig für eine Schwächung der Barrierewirkung sind. Eine solche kann das Eindringen von Sauerstoff oder anderen Schadstoffen begünstigen und damit die Lebensmittelsicherheit gefährden. Für PET-Flaschen sind kontaminierte Flakes folglich nicht mehr geeignet. Allenfalls als Pullover, Blumentopf oder Paketumreifungsband können sie auf einen neuen Lebenszyklus hoffen.

Recyclingfähigkeit beginnt beim Klebstoff

Die Anforderungen an moderne Klebstoffe sind hoch: Sie müssen nicht nur dafür sorgen, dass PET wirklich im Kreislauf bleibt, sondern auch mit den gängigen Etikettiertechniken kompatibel sein. Eine Lösung stellen dispergierbare Hotmelts dar. Das sind Klebstoffe, die sich in heißer Natronlauge fast vollständig auflösen oder in eine leicht entfernbare Form überführen lassen. So kann beispielsweise der TECHNOMELT EM 335 RE von Henkel Adhesive Technologies zu 98 % rückstandslos entfernt werden. Speziell für die PET-Etikettierung entwickelt, sorgt seine Dispergierbarkeit im heißen Natronlaugebad dafür, dass Klebereste zusammen mit dem Etikettenmaterial aus dem Materialstrom abgeschieden werden. Damit unterstützt der TECHNOMELT EM 335 RE die Herstellung hochreiner PET-Flakes, die auch für die Produktion neuer Lebensmittelverpackungen geeignet sind.

Neben der Recyclingfreundlichkeit bietet die Lösung weitere Vorteile: Der Hotmelt eignet sich sowohl für Papier- als auch für Kunststoffetiketten und kann auf Anlagen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40.000 Flaschen pro Stunde verarbeitet werden. Die niedrige Verarbeitungstemperatur von 110 bis 140 °C schont die Maschinen und senkt den Energieverbrauch. Dank mineralölfreier Formulierung und Lebensmittelkonformität ist der Einsatz auch in sensiblen Anwendungen problemlos möglich. Die Handhabung wird zusätzlich durch die praktische Verpackung in sogenannten X-tra Chubbs erleichtert, die eine exakte und saubere Dosierung des Klebstoffs ermöglichen und durch die komplette Auflösung der Folie zur Verpackungsvermeidung beitragen.

Wertschöpfungskette im Wandel: mehr Recycling durch bessere Materialtrennung

Die Recyclingfähigkeit von PET-Flaschen entscheidet sich nicht erst beim Entsorger, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Bereits in der Herstellungskette – vom Rohlingproduzenten über den Getränkeabfüller bis hin zum Einzelhandel – müssen die Weichen richtig gestellt werden. Die Entwicklung spezieller Rohmaterialien, geeigneter Etiketten und angepasster Klebstoffe entscheidet darüber, ob eine Flasche am Ende ihres Lebenszyklus für hochwertige Anwendungen wie Lebensmittelverpackungen nutzbar bleibt.

Dispergierbare Klebstoffe leisten dabei einen entscheidenden Beitrag. Sie machen PET-Flaschen tatsächlich recyclinggerecht und damit fit für die Anforderungen der neuen EU-Verordnung. Denn wer die ambitionierten Ziele der PPWR erfüllen will, braucht Lösungen, die nicht nur zuverlässig haften, sondern auch im richtigen Moment loslassen.

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