Ab 2030 gelten in der EU verbindliche Rezyklateinsatzquoten für Kunststoffverpackungen. Damit die Transformation gelingt, müssen kunststoffverarbeitende Unternehmen jetzt handeln: durch einen sofortigen Kunststoffrezyklateinsatz, einen gezielten Einsatz digitaler Technologien und einer engeren Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das neue VDI ZRE-Kurzpapier zeigt, wie Rezyklateinsatz, Biopolymere, Digitalisierung und Kooperationen die kunststoffverarbeitende Industrie kreislauf- und zukunftsfähig machen können.
Kunststoffverpackungen müssen ab 2030 bis zu 35 Prozent recyceltes Material enthalten, so sieht es die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) vor. Gleichzeitig prognostizieren Studien bereits heute eine Versorgungslücke von bis zu 860.000 Tonnen Kunststoffrezyklat, selbst wenn erhebliche Investitionen in Recyclingkapazitäten fließen. Diese Schere zwischen regulatorischem Anspruch und industrieller Realität ist Ausgangspunkt des neuen VDI ZRE-Kurzpapiers „Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz in der kunststoffverarbeitenden Industrie”.
Rückläufige Verarbeitung und stagnierende Digitalisierung
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 12,8 Millionen Tonnen Kunststoffe verarbeitet, 8,5 Prozent weniger als noch 2021. Die eingesetzten Rezyklate stiegen zwar um 6,2 Prozent auf rund 2,4 Millionen Tonnen – jedoch werden selbst hochwertige Rezyklate mangels Nachfrage derzeit kaum abgesetzt. Niedrige Importpreise für Neuware aus Asien und Nordamerika verschärfen das Problem. Gleichzeitig liegt der Digitalisierungsgrad der Gummi- und Kunststoffindustrie mit einem Indexwert von 1,9 (2022) weiterhin unter dem Branchendurchschnitt von 2,2 – und mehr als die Hälfte der Unternehmen kennt den bald verpflichtenden Digitalen Produktpass (DPP) nicht oder hält ihn für irrelevant.
Vier Hebel, die angesetzt werden müssen
Das neue VDI ZRE-Kurzpapier „Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz in der kunststoffverarbeitenden Industrie“ klärt daher unter anderem, inwieweit die kunststoffverarbeitende Industrie bereits zirkulär wirtschaftet und wo Potenziale sowie praktische, regulatorische und wirtschaftliche Herausforderungen bei der Umsetzung zirkulärer Wirtschaftsweisen bestehen. Es identifiziert neben dem Einsatz von Kunststoffrezyklaten sowie Biopolymeren die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz sowie die Etablierung übergreifender Kooperationen als Hebel, die für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft unverzichtbar sind und perspektivisch wie kontinuierlich ineinandergreifen müssen.
Die Praxis zeigt, was bereits möglich ist
Das Kurzpapier belegt außerdem anhand konkreter Beispiele, dass diese Transformation heute schon gelingt: So konnte die mk Plast GmbH durch die Vernetzung ihrer Produktionssysteme ihren Kunststoffausschuss und Energieverbrauch senken und auf diese Weise zugleich maßgebliche Kosteneinsparungen verzeichnen.
Handlungsempfehlungen für Unternehmen
Abschließend gibt das VDI ZRE-Kurzpapier Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie konkrete Empfehlungen an die Hand, um die „Kreislaufwirtschaft Kunststoffe“ im eigenen Betrieb zu etablieren.
Das Kurzpapier „Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz in der kunststoffverarbeitenden Industrie“ des VDI ZRE wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) erstellt und ist kostenfrei downloadbar.











