Kunststoff-Cluster OÖ: LIT Factory Symposium
Wissenschaftliche Ergebnisse sowie Lösungen für ökologische und ökonomische Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft standen im Fokus des LIT Factory Symposiums 2026 am 16. April an der Johannes Kepler Universität Linz. Die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konzentrierten sich dabei auf Kunststoffverarbeitung, digitale Interaktion sowie Re- und Upcycling. Zur Veranstaltung geladen hatte die LIT Factory gemeinsam mit dem Kunststoff-Cluster (KC).
Gleich zu Beginn brachte es der Leiter der LIT Factory, Klaus Straka, auf den Punkt: „Oberösterreich ist einer der dichtesten kunststofftechnisch relevanten Wirtschaftsräume. Und die LIT Factory ist im Zentrum davon.“ Dank richtete er an die Industriepartner, betonte jedoch: „Wir waren in den letzten Jahren erfolgreich, aber der Technologietransfer von Wissenschaft in die Industrie bleibt unsere Herausforderung.“ Ähnlich sieht es Georg Steinbichler, Mitbegründer der LIT Factory. Er appellierte: „Kritische Rückmeldungen aus der Industrie sind gewünscht.“
Warum KI ohne Fachwissen scheitert
KC-Beiratssprecher Jürgen Miethlinger, Geschäftsführer der Lenzing Plastics Gruppe und ebenfalls Mitbegründer der LIT Factory, stellte Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt: „Large Language Models sind in der Form nicht für die Produktion geeignet. Wir müssen Domänenwissen aus Kunststofftechnik, Maschinenbau und Produktionstechnik mit der Digitalisierung verbinden, um den Wettbewerbsvorsprung zu halten und zu steigern.“
Raus aus Datensilos, rein in die Transparenz
Auf den Wunsch der Kundinnen und Kunden nach Transparenz ging Virgil Raibulet, Senior Program Manager bei Henkel dx, ein: „Dazu brauchen wir Daten, die teilweise in Silos gefangen sind. Für Produktpässe sind sie allerdings notwendig.“ Raibulet ergänzte: „Datenräume versprechen Skalierbarkeit – sie mit eins oder mit 100 zu teilen macht dann im Aufwand kein Unterschied mehr. Datensouveränität und -sicherheit müssen jedoch gewährleistet werden.“
Wie Stoffe aus der Menge finden
Warum bei der Dekontamination in der Schmelze weniger mehr bewirkt, skizzierte Günther Klammer, CTO von Next Generation Recycling Machines, mit einem Bild: Menschen in einer Menschenmenge seien wie flüchtige organische Stoffe (Volatile Organic Compounds, kurz VOCs). Wollen sie aus der Menge raus, dauert es etwas (Verweilzeit). Mit Rucksack (Größe und Komplexität der VOCs) wird es schwieriger; wenn sich die Menge bewegt (Temperatur) leichter. Ist die Oberfläche größer (geringere Dichte), geht es ebenfalls leichter. Geringer Druck saugt die VOCs aus der Menge. Zusätzlich eingeführtes Gas nimmt die Teilchen an der Hand und mit hinaus.
Mehr als ein Forschungslabor
Cluster-Manager Wolfgang Bohmayr resümierte nach dem Symposium: „Das Vertrauen, die Motivation und der Erfolg dieser Modellfabrik waren den ganzen Tag spürbar. Die LIT Factory wurde ihrem Auftrag als Lehr-, Lern- und Forschungsfabrik mehr als gerecht. Die Forschungsschwerpunkte decken sich mit den Herausforderungen der Industrie und Kooperationen wirken unmittelbar bei den Partnerunternehmen.“ Stadtrat Thomas Gegenhuber hob ebenfalls die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie hervor und unterstrich: „Sie ist besonders wichtig für radikale und semi-radikale Innovation.“ Das nächste LIT Factory Symposium ist für 2028 geplant.













